Motorradführerschein im Ausland

Führerscheine aus welchen Ländern werden anerkannt?

Seit Einführung des europäischen Standards sind in Deutschland die Führerscheine aller europäischen Länder anerkannt. Deshalb spielt es keine Rolle, ob der Führerschein für das Motorrad in Deutschland oder in Spanien gemacht wurde. Auch der Zeitraum, in dem der Führerschein erworben wurde, spielt keine besondere Rolle. Aus diesem Grund bieten Fahrschulen in vielen Ländern des Führerschein in einem kurzen Zeitraum an. Viele Touristen nutzen diesen Umstand, um in den vier Wochen Urlaub ihre Führerschein zu machen. In Deutschland angekommen ist es auch nicht verpflichtend, den Führerschein auf Deutschland umschreiben zu lassen. Es reicht, das Originaldokument mit sich zu führen. Diese Regelung ist auch auf alle anderen Länder in Europa anwendbar.

Wie hoch sind die Kosten für den Führerschein im Ausland?

Die Kosten für den Führerschein sind von Land zu Land verschieden. In den osteuropäischen Staaten wie Ungarn oder Polen sind die Führerscheine teilweise für 500 Euro zu bekommen. Das hört sich zunächst günstig an. Dennoch sollte dieser niedrige Preis nicht für sich alleine genommen werden. Wer nicht zufällig in diesem Land Urlaub macht und nebenbei den Führerschein erwirbt, auf den warten noch weitere Kosten. Zu den Kosten für die Fahrstunden kommen die Kosten für die Übernachtung. Diese können je nach Anspruch variieren. Einige Länder können zwar den Führerschein günstig anbieten, doch die Übernachtungskosten sind recht hoch. Hierdurch kann es vorkommen, dass die Gesamtkosten höher sind, als bei einem Führerschein in Deutschland. Ebenfalls zu berücksichtigen sind die Nebenkosten für den Aufenthalt wie Lebensmittel und Ähnliches.
Neben den eigentlichen Fahrstunden kommen häufig noch weitere Kosten im Zusammenhang mit den Fahrstunden dazu. Hier sind vor allem die Prüfungsgebühren zu nennen, die im angegebenen Preis oftmals nicht verzeichnet sind. In Bezug auf die Kosten sind somit alle Kosten zu berücksichtigen. Für die Aufstellung sollte sich ein angehender Fahrschüler viel Zeit nehmen, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

Probleme mit der Anerkennung

Obwohl die Führerscheine, die im europäischen Ausland gemacht wurden in Deutschland gültig sind, sollte der Motorradfahrer vorsichtig sein, wenn er den Führerschein in Deutschland anerkennen lassen will. Keine deutsche Behörde ist gezwungen einen Führerschein, trotz seiner Gültigkeit, anzuerkennen. Sind die Gründe für eine Ablehnung stichhaltig, dann wird der Führerschein nicht anerkannt. Dem Motorradfahrer bleibt in diesem Fall nur die Möglichkeit zu einer anderen Behörde zu gehen, oder weiterhin mit dem alten Führerschein zu fahren. Auf Dauer kann das allerdings keine Lösung sein.
Das Problem entsteht daraus, dass es in Europa noch keinerlei einheitlich Regelung für die Anerkennung in einem Staat gibt. Das bedeutet, dass jeder Staat seine eigene Regelung hat. Diese sind in Deutschland allerdings noch unzureichend, was den Behörden die Möglichkeit gibt, individuell zu entscheiden. Ein Tipp: Vor den Fahrstunden beim zuständigen Amt nachfragen, ob es Probleme geben könnte und wenn ja, welches Problem genau zu der Ablehnung führen könnte. In einigen Fällen sind die Bestimmungen im Ausland so schlecht, dass ein Führerscheinbesitzer schlicht keine sichere Fahrzeugbeherrschung gewährleisten kann, da gerade beim Motorrad Lektionen in Fahrsicherheit nicht vorgesehen sind.

Die Gültigkeit der Führerscheine

Wer einen Führerschein im Ausland macht, der muss sich noch weitere Fragen stellen. In vielen Ländern ist die Fahrerlaubnis nämlich befristet. Ein in Tschechien gemachter Führerschein ist nur zehn Jahre gültig. Im Gegensatz dazu ist ein Polen gemachter Führerschein lebenslänglich gültig. Doch ist in Polen das Problem gegeben, dass die erworbene Fahrerlaubnis nicht in jedem Fall ausgehändigt wird. Vor allem in bestimmten Gegenden wie Schlesien kann es passieren, dass die Prüfung zwar bestanden wurde, der Führerschein aber beim Amt verbleibt. Dann ist die Fahrerlaubnis nicht erteilt, obwohl alle Voraussetzungen erfüllt wurden. Eine Möglichkeit die Behörde zur Herausgabe zu zwingen gibt es nicht.

Vorsicht vor Internetanbietern

Gerade Internetanbieter locken mit günstigen Preisen. Doch nicht immer werden alle Kosten aufgeführt. Und gerade in Polen kann es passieren, dass der Führerschein nicht ausgehändigt wird. Deshalb gilt: Der Fahrschüler sollte sich vorher ausführlich über die Gepflogenheiten des gewählten Landes informieren. Die Informationen sollten aus einer neutralen Quelle stammen. Hier bieten sich zahlreiche Foren an. Niemand sollte sich auf einen Internetanbieter verlassen. Bevor man Fahrstunden belegt, sollten Informationen über den Anbieter eingeholt werden. Im Vordergrund steht vor allem die Seriosität.